Sichtbarkeit & KI-Suche6. Oktober 2026 

Welche Websites KI zitiert: Was B2B-Seiten daraus lernen

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Welche Websites KI zitiert: Was B2B-Seiten daraus lernen

Das Wichtigste in Kürze

  • Wenige Seiten tragen die meisten Zitate: 1,5 Prozent der zitierten Seiten kommen auf 36 Prozent aller Zitate.
  • Jedes System wählt andere Quellen. Knapp zwei Drittel der im August zitierten Domains kamen nur in einem einzigen System vor.
  • Bei Seiten, die zu einer Frage mehr als dreißigmal zitiert wurden, steht zu 87 Prozent ein Kernbegriff der Frage im Seitentitel. Das lässt sich auf B2B-Leistungsseiten schnell prüfen.
  • Die Studie misst Sichtbarkeit in Antworten, nicht Buchungen oder Anfragen, und sie stammt aus dem Tourismus.

Eine Studie aus Österreich hat 1.140.482 KI-Zitate ausgewertet und zeigt, dass eine kleine Gruppe von Seiten den größten Teil davon bekommt. Die Branche ist der Tourismus, die Mechanik dahinter betrifft jede Website, die in KI-Antworten genannt werden will. Wir haben Kurzfassung und Langfassung der Studie gelesen und geprüft, was ein Mittelständler mit einer B2B-Seite davon nutzen kann und was nicht.

Was die Studie gemessen hat

Manuela Machner (KiNET.ai) hat vom 1. April bis 31. August 2026 täglich dieselben 154 deutschsprachigen Gästefragen zum Sommerurlaub in Österreich an fünf KI-Systeme gestellt: ChatGPT, Google AI Mode, Google AI Overviews, Perplexity und Microsoft Copilot. Claude kam im August dazu. Die Rohdaten liefert das Monitoring-Werkzeug Otterly.ai, die Auswertung stammt von der Autorin. An 152 Messtagen sind laut Langfassung der Studie 1.140.482 Zitate zusammengekommen, verteilt auf 19.519 Domains. Die fünf durchgehend erfassten Systeme zitierten in dieser Zeit 111.169 verschiedene Seiten. Guten Tag Österreich hat am 4. Oktober darüber berichtet. Die Ergebnisse stehen auf der Studienseite als Kurzfassung mit 8 Seiten und als Langfassung mit 61 Seiten, Methodik und allen Tabellen.

Die Fragen sind fest vorgegeben und seit April unverändert. Sie stammen laut Methodik aus Suchvorschlägen: aus den Anschlussfragen, die Google bei der Suche nach Urlaub in Österreich anzeigt, aus der Autovervollständigung und aus AnswerThePublic. Die Studie sagt damit, welche Seiten bei diesen 154 Fragen auftauchen. Wie oft echte Menschen genau diese Fragen an eine KI stellen, sagt sie nicht.

Noch ein Hinweis zur Einordnung. Die Studie legt am Ende selbst offen, dass Manuela Machner Tourismusbetriebe und Destinationen zur KI-Sichtbarkeit berät und von SmartVisions auf Wunsch für Erklärworkshops zu deren Sichtbarkeits-Index gebucht wird. Die Studie sei eigenständig und ohne Auftrag oder Förderung entstanden. Die Autorin hat ein wirtschaftliches Interesse am Thema und benennt es. Für die Zahlen ändert das nichts, sie stehen mit Methodik und Tabellen in der Langfassung. Bei den Maßnahmen gilt: Sie stammen von jemandem, der Beratung dazu anbietet.

Wenige Seiten tragen die meisten Zitate

Laut Studie werden 1,5 Prozent der zitierten Seiten an mehr als 90 der 152 Messtage genannt und tragen zusammen 36 Prozent aller Zitate. Fast die Hälfte der Seiten taucht nur an einem einzigen Tag auf und kommt zusammen auf 5 Prozent der Zitate. Es gibt einen stabilen Kern und eine große Zone, in der Seiten kurz erscheinen und wieder verschwinden.

Für eine B2B-Website heißt das: Ein einzelner Treffer in einem Testlauf ist noch kein Befund. Ob eine Seite zum Kern gehört, zeigt sich über Wochen. Das passt zu dem, was SparkToro für Markenlisten gemessen hat. In 2.961 Abfragen von 600 Freiwilligen lag die Chance, dass ChatGPT oder Google AI bei 100 Läufen zweimal dieselbe Markenliste ausgeben, unter 1 zu 100. SparkToro nennt die Befunde selbst vorläufig und rät, Ranking-Positionen zu verwerfen und stattdessen einen Sichtbarkeitsanteil über viele Läufe zu messen (SparkToro, 28.01.2026).

Oft zitierte Seiten nennen die Frage im Titel

In der Studie steht bei 87 Prozent der Seiten, die zu einer Frage mehr als dreißigmal zitiert wurden, ein Kernbegriff der Frage im Seitentitel. Bei Seiten, die zu dieser Frage nur einmal zitiert wurden, ist es die Hälfte. Die Autorin schreibt dazu selbst, der Titelbefund sei ein Zusammenhang, keine gemessene Wirkung: Die Studie zeigt, wer zitiert wird, nicht warum. Ein Teil des Abstands erklärt sich laut Langfassung daraus, dass Seiten, die nur eine Teilfrage beantworten, den Begriff der Hauptfrage seltener im Titel tragen.

An dieser Stelle lassen sich B2B-Seiten am leichtesten prüfen. Eine Leistungsseite mit dem Titel „Lösungen für Ihre Fertigung“ beantwortet keine Frage. Eine Seite mit dem Titel „Was kostet eine CNC-Lohnfertigung bei Kleinserien?“ tut es. In TYPO3 steht der Seitentitel in den Seiteneigenschaften, der Titel für Suchmaschinen im Reiter SEO. In WordPress steht er im SEO-Plugin oder im Theme. Die Anpassung dauert pro Seite Minuten. Aufwendiger ist die Arbeit davor: zu wissen, welche Fragen Kunden tatsächlich stellen. Die Antworten liegen im Vertrieb, im Support und in den Suchanfragen.

Jedes System zitiert anders

Knapp zwei Drittel aller im August zitierten Domains erscheinen laut Studie in nur einem einzigen System. Selbst die beiden Google-Systeme überschneiden sich wenig: Von den Domains, die die AI Overviews zu einer Frage zitieren, standen im August nur rund 40 Prozent am selben Tag auch in der Antwort des AI Mode. Der Wert schwankte in den fünf Monaten zwischen einem Drittel und knapp 60 Prozent. Bei den 45 Hotel- und Unterkunftsfragen kamen im August 37,6 Prozent der Zitate von Buchungs-, Bewertungs- und Hotelportalen und 28,7 Prozent von Websites der Betriebe.

Eine einzige „KI-Optimierung“ gibt es deshalb nicht. Die Autorin zieht in ihrer eigenen Einordnung auf changetourismaustria.com denselben Schluss: Optimieren für „die KI“ gebe es nicht. Für uns folgt daraus: Die Sichtbarkeit wird je System getrennt geprüft. Ein Erfolg bei ChatGPT kommt nicht automatisch in Perplexity an.

Neue Seiten werden schnell aufgenommen

Rund 30 Prozent der Zitate im August führen auf Seiten, die im April noch nicht zitiert wurden. Die Autorin hat 30 neue Seiten mit belegtem Veröffentlichungsdatum geprüft, die im August zu den meistzitierten gehörten: Im Median lagen fünf Tage zwischen Veröffentlichung und erstem Zitat, 19 der 30 wurden innerhalb einer Woche zitiert. Die Studie nennt das selbst Erfolgsfälle. Wie viele neue Seiten nie zitiert werden, misst sie nicht. Für Fachthemen mit wenig Wettbewerb kann der Wert anders aussehen. Belegt ist er nur für diese Erhebung.

Sprache: Deutsch oder Englisch, selten beides

Die Systeme zitieren laut Studie von einer Seite fast immer entweder die deutsche oder die englische Fassung, praktisch nie beide. Bei deutschsprachigen Fragen führten von den Zitaten, deren Adresse die Sprache erkennen lässt, bei Claude 42,5 Prozent auf englischsprachige Seiten, bei Copilot 26,4 Prozent, bei ChatGPT 13,5 Prozent und bei den Google AI Overviews 2,0 Prozent. Wer eine englische Fassung seiner Seite hat, erhöht damit bei einigen Systemen die Zahl möglicher Treffer. Die Studie rät Betrieben, die wichtigsten englischen Seiten vollständig und richtig übersetzt zu halten. Für Mittelständler mit Exportgeschäft zählt eine vollständige englische Version dann doppelt: für Kunden im Ausland und für Antworten auf deutsche Fragen.

Was die Studie nicht sagt

Erstens die Branche: Tourismus hat viele Fragen mit klaren Antworten (Wetter, Anreise, Aktivitäten) und starke Portale. Maschinenbau oder Industriedienstleistung hat weniger Fragen und andere Quellen. Übertragbar ist die Mechanik, nicht die Zahlen: Die Systeme zerlegen laut Studie eine Frage in Teilfragen und suchen je Teilfrage eine eigene Quelle. Google beschreibt dasselbe Vorgehen in seinem Leitfaden zu KI-Funktionen in der Suche als „query fan-out“, eine Reihe gleichzeitiger verwandter Suchanfragen. Der Leitfaden gilt für beliebige Fragen, sein Beispiel ist eine Rasenpflegefrage. Zweitens misst die Studie Sichtbarkeit in Antworten, nicht Buchungen und nicht Besuche auf der Website. Die Autorin schreibt selbst, ein Zitat sei keine Empfehlung und keine Buchung. Drittens das Werkzeug: Ab dem 18. August erfasste es bei ChatGPT, ab dem 22. August im AI Mode deutlich weniger Quellen je Antwort. Werte, die davon abhängen, stützt die Langfassung auf den 1. bis 17. August.

Dazu kommt eine Methodenfrage, die für jede Zitations-Messung gilt. Peec AI hat 37.804 KI-Antworten aus fünf Engines ausgewertet, ein Teil der Prompts stammte aus einer Sammlung handgeschriebener Fragen von Rand Fishkins Followern. Laut dem von Peec AI gesponserten Beitrag von Malte Landwehr im Search Engine Journal vom 15.06.2026 zählt die genaue Formulierung eines Prompts für die Markensichtbarkeit weniger als erwartet, solange Absicht und inhaltliche Merkmale gleich bleiben. Bei kommerziellen Fragen mitten im Kaufprozess reagierten die Ergebnisse am stärksten auf andere Formulierungen. Beide Befunde sprechen dafür, über viele Fragen und über Zeit zu messen.

Was wir daraus für TYPO3- und WordPress-Seiten mitnehmen

Die Kurzfassung der Studie nennt Maßnahmen für Tourismusbetriebe und Destinationen, etwa Titel mit Begriff und Ort, ein vollständiges Google-Unternehmensprofil, eine Umgebungsseite und die englischen Fassungen der wichtigsten Seiten. Sie schreibt dazu, ob eine einzelne Maßnahme wirkt, sei damit nicht gemessen. Zur Einordnung auch hier: Wir bieten selbst Audits und Messreihen zur KI-Sichtbarkeit an. Die folgenden Punkte sind unsere Übertragung auf den B2B-Mittelstand, keine Empfehlung der Studienautorin und keine gemessene Wirkung.

Das Unternehmensprofil bei Google gehört dazu. Im Google AI Mode waren Googles eigene Ortseinträge im August mit 8,8 Prozent aller Zitate die meistzitierte Quelle, übernommen wurden vor allem Lage, Ausstattung und Beschreibung. Für Firmen mit Standort ist das ein Prüfpunkt, den wir in jedem Audit abfragen.

Seitentitel mit Kundenfrage sind der günstigste Hebel. Wir prüfen im Audit, welche Leistungsseiten eine Frage im Titel tragen und welche nur einen Produktnamen.

Umgebungs- und Ratgeberseiten werden häufiger zitiert als Preisseiten. Von den Zitaten auf Websites der Betriebe führten 12 Prozent auf Umgebungsseiten mit Ausflugstipps, Zimmer-, Preis- und Buchungsseiten kamen zusammen auf 2 Prozent. Die Studie betont außerdem, dass die stärksten Quellen über viele Seiten zitiert werden, die je eine Gästefrage vollständig beantworten. Für B2B heißt das: Ratgeberseiten zu Einsatzbereichen, Normen, Lieferzeiten und Auswahlkriterien, je eine Frage pro Seite, sofern Kunden danach fragen.

Einträge in Verzeichnissen zählen, aber über deren Listen. Zwei Drittel der Portal-Zitate führen auf Sammel- und Listenseiten, nur jedes siebte auf die Seite eines einzelnen Betriebs. Für B2B-Anbieter ist das ein Grund, bei Branchenverzeichnissen und Lieferantenlisten zu prüfen, ob die eigene Firma auf deren Übersichts- und Listenseiten vorkommt. Ob Verzeichnisse in Industriebranchen ähnlich oft zitiert werden, untersucht diese Studie nicht. Einen Anhaltspunkt geben die fünf Messungen zum Mittelstand in KI-Antworten, die wir verglichen haben: Bei Collective Brain zitieren 61 Prozent der Antworten Plattformen wie Wer liefert was, Europages und IndustryStock.

Eine messbare Ausgangslage hilft. Unser kostenloser KI-Sichtbarkeits-Check unter check.waterproof.agency befragt mehrere Sprachmodelle mit Websuche, darunter die Systeme hinter ChatGPT, zählt die Nennungen deiner Website und zeigt die Sichtbarkeit als Wert zwischen 0 und 100. Die Google-Systeme AI Overviews und AI Mode sind nicht dabei, weil sie keine Schnittstelle bieten. Der Check zeigt den Stand, keine Prognose, und er ersetzt keine Messreihe über Wochen. Wie du eine solche Messreihe aufsetzt, steht in Sichtbarkeit in ChatGPT: Was Mittelständler wirklich prüfen und messen können.

Ob sich die Tourismus-Befunde auf eine bestimmte B2B-Branche übertragen lassen, ist offen. Vor einer Budgetentscheidung lohnt deshalb ein eigener Test: 20 bis 30 echte Kundenfragen, über mehrere Wochen wiederholt gestellt. Dann steht die Entscheidung auf eigenen Zahlen statt auf einer fremden Branchenstudie. So gehen wir im Audit vor.

Welche Fragen deine Kunden stellen und wer darauf antwortet

Der kostenlose Check zählt, wie oft deine Website in KI-Antworten genannt wird, und liefert einen Bericht mit dem Originalwortlaut der Antworten. Im Erstgespräch werten wir das Ergebnis mit dir aus und sammeln die Fragen, die deine Kunden vor einer Anfrage stellen. Das Gespräch dauert 15 Minuten und kostet nichts.

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Häufige Fragen

Welche Websites zitieren KI-Systeme am häufigsten?

Laut Studie von Manuela Machner (KiNET.ai) zu 154 Urlaubsfragen in Österreich trägt eine kleine Gruppe von Seiten den größten Teil der Zitate: 1,5 Prozent der zitierten Seiten kommen auf 36 Prozent. Bei den 45 Hotel- und Unterkunftsfragen stammten im August 2026 37,6 Prozent der Zitate von Portalen und 28,7 Prozent von Websites der Betriebe.

Gilt das auch für B2B-Websites?

Das ist offen. Die Studie misst Tourismus mit vorgegebenen Gästefragen. Die Mechanik, etwa Fragen im Seitentitel und Unterschiede zwischen den Systemen, lässt sich auf B2B-Seiten prüfen, aber nicht ohne eigene Messung übernehmen.

Zitieren alle KI-Systeme dieselben Quellen?

Nein. Knapp zwei Drittel der im August zitierten Domains erschienen in nur einem System. Von den Domains, die Googles AI Overviews zitierten, standen am selben Tag nur rund 40 Prozent auch in der Antwort des AI Mode.

Wie schnell zitieren KI-Systeme neue Seiten?

Bei 30 geprüften neuen Seiten, die im August zu den meistzitierten gehörten, lagen im Median fünf Tage zwischen Veröffentlichung und erstem Zitat. Das sind Erfolgsfälle aus dem Tourismus. Wie viele neue Seiten nie zitiert werden, misst die Studie nicht.

Wo steht der Seitentitel in TYPO3 und WordPress?

In TYPO3 in den Seiteneigenschaften, der Titel für Suchmaschinen im Reiter SEO. In WordPress im SEO-Plugin oder, ohne Plugin, im Theme. Die Änderung dauert pro Seite Minuten. Aufwendiger ist es, vorher die echten Kundenfragen zu sammeln. ---

Quellen