Sichtbarkeit & KI-Suche6. Oktober 2026 

KI-Texte prüfen: Was Google jetzt auch für Title und Alt-Text sagt

Veröffentlicht:

Lesedauer
min
KI-Texte prüfen: Was Google jetzt auch für Title und Alt-Text sagt

Das Wichtigste in Kürze

  • Google schreibt in der Fassung vom 01.10.2026: KI-Inhalte vor Veröffentlichung von Hand auf Fakten prüfen. Das gilt laut Doku auch für Title, Meta-Description, strukturierte Daten und Alt-Texte.
  • KI bleibt erlaubt. Google nennt keine Ranking-Änderung und keine neue Strafe.
  • Massenhaft erzeugte Seiten ohne Mehrwert fallen weiter unter die bestehende Spam-Richtlinie.
  • Eine Prüfroutine mit sechs Schritten und einem festen Freigeber deckt die vier Felder ab, ohne Code.

Google hat am 1. Oktober 2026 seine Hinweise zu KI-erzeugten Inhalten aktualisiert [1][2]. Der Kern ist ein Satz: KI-Texte gehören vor der Veröffentlichung von einem Menschen geprüft, auf Fakten und Glaubwürdigkeit. Die aktuelle Fassung nennt ausdrücklich auch die Felder, die kaum jemand liest: Title, Meta-Description, strukturierte Daten und Alt-Texte von Bildern.

Die gute Nachricht zuerst: Google kündigt kein Ranking-Update an und verbietet keine KI. Wer seine Texte heute schon gegenliest, muss am Ablauf wenig ändern. Wer Metadaten per Knopfdruck füllen lässt, braucht eine kurze Prüfroutine, die weniger Zeit kostet als das Schreiben der Felder. Sie steht weiter unten.

Was in der Google-Doku vom 1. Oktober steht

Die Seite „Google Search's guidance on using generative AI content on your website“ trägt den Stand 01.10.2026 [1]. Googles Update-Seite begründet die Änderung knapp: Die Doku solle zu den Präsentationen auf Google-Entwicklerveranstaltungen passen, ergänzt um Inhalte aus den Richtlinien für Suchqualitäts-Prüfer [2].

Der zentrale Satz lautet im Original:

„It is critical to manually factcheck and review all AI-generated content for accuracy and trustworthiness before publishing.“ (Google Search Central, using-gen-ai-content, Stand 01.10.2026 [1])

Auf Deutsch: Alle KI-erzeugten Inhalte vor der Veröffentlichung von Hand auf Richtigkeit und Glaubwürdigkeit prüfen. Google begründet das mit der Arbeitsweise der Modelle. Sie schlagen keine Fakten nach, sondern sagen eine wahrscheinliche Wortfolge voraus. Deshalb können Fehler entstehen, die Google „Halluzinationen“ nennt [1].

Direkt danach steht der Satz, der für Firmenwebsites die meiste Arbeit bedeutet. Die Prüfung gilt auch für Metadaten, die in den Suchergebnissen erscheinen können [1]:

FeldWas das istWo es auftaucht
Title (<title>)Seitentitel im QuelltextBlaue Überschrift im Suchergebnis
Meta-DescriptionKurzbeschreibung der SeiteText unter der Überschrift im Suchergebnis
Strukturierte DatenAngaben im Quelltext in einem festen Vokabular (meist Schema.org), aus denen Google Zusatzangaben wie Preise oder FAQ-Einträge im Suchergebnis bautSuchergebnis mit Zusatzangaben, Auswertung durch Google
Alt-TextBildbeschreibung im HTMLBildersuche, Screenreader, wenn das Bild nicht lädt

Für strukturierte Daten schreibt Google zusätzlich: Die allgemeinen Richtlinien und die Regeln des jeweiligen Suchergebnis-Features gelten, und das Markup gehört validiert [1][5]. Wie wir das Markup in TYPO3 und WordPress anlegen, steht auf der Seite zu technischem SEO.

Was sich nicht geändert hat

Drei Punkte bleiben, wie sie waren.

KI ist erlaubt. Google beschreibt generative KI auf derselben Seite als nützlich für die Recherche und für die Struktur eigener Inhalte [1].

Die Spam-Grenze liegt woanders. Wer mit KI viele Seiten ohne Mehrwert erzeugt, kann gegen die Richtlinie zu „scaled content abuse“ verstoßen [1][4]. Diese Richtlinie gab es schon vorher.

Die Prüfer-Richtlinien sind kein Ranking-Rezept. Google schreibt selbst, dass sie keine Anleitung für Platz 1 sind und dass die Bewertungen der Suchqualitäts-Prüfer das Ranking nicht direkt beeinflussen [1]. Die Richtlinien zeigen, wonach Google sucht. Sie sind keine Liste, die man abhakt und dann oben steht.

Eine Ranking-Änderung nennt Google zu diesem Update nicht. Es ist eine Klarstellung in der Dokumentation.

Warum gerade die unsichtbaren Felder

Fließtext liest vor der Veröffentlichung meist jemand. Title, Meta-Description, strukturierte Daten und Alt-Texte dagegen entstehen oft nebenbei: im SEO-Plugin, in der KI-Funktion des CMS oder beim Dienstleister, der 200 Produktbilder auf einmal beschreibt. Diese Felder sieht im Alltag niemand, solange er nicht in den Quelltext oder in die Suchergebnisse schaut.

Genau dort landet ein Fehler aber zuerst beim Kunden. Ein falscher Title steht als Überschrift im Suchergebnis, eine Meta-Description mit erfundenem Zertifikat direkt darunter. Und einen Alt-Text, der eine Fräsmaschine als Drehbank beschreibt, liest der Screenreader laut vor.

Was Google mit „Aufwand“ meint

Googles Seite zu hilfreichen Inhalten trägt den Stand 05.10.2026 [3]. Sie beschreibt, woran Suchqualitäts-Prüfer den Hauptinhalt einer Seite messen: Aufwand, Originalität, Können und Genauigkeit. Zum Aufwand steht dort ein Satz, der direkt zur KI-Frage passt:

„Automatically generating pages from feeds or using generative AI to produce large amounts of text without manual oversight or curation represents little to no effort.“ (Google Search Central, creating-helpful-content, Stand 05.10.2026 [3])

Auf Deutsch: Wer Seiten automatisch aus Datenfeeds erzeugt oder große Textmengen per KI ohne menschliche Aufsicht oder Auswahl produziert, hat laut Google wenig bis keinen Aufwand betrieben. Zum Hauptinhalt zählt Google ausdrücklich auch den sichtbaren Seitentitel und die Überschriften [3]. Und: Quellenangaben ersetzen eigenen Aufwand nicht [3].

Die Frage ist also nicht, ob KI im Spiel war. Die Frage ist, ob ein Mensch mit Fachwissen das Ergebnis geprüft und ausgewählt hat.

Drei Fehler, die wir selbst abgefangen haben

Wir setzen KI für die Recherche und für erste Entwürfe ein. Jede Zahl und jede Produktangabe gleichen wir danach mit der Originalquelle ab. Drei Beispiele zeigen, warum. Jeder dieser Fehler wäre sonst als fertiger Satz beim Leser oder beim Kunden gelandet.

Die falsche Lückenzahl. Bei der Recherche zum Wordfence-Quartalsbericht für das zweite Quartal 2026 meldete ein KI-Recherchewerkzeug am 05.10.2026 einen Widerspruch: 2.237 statt 2.073 neue WordPress-Lücken und 91,5 Prozent Plugin-Anteil. Im Originalbericht standen 2.073 Lücken, die 91,5 Prozent fanden wir dort nicht. Wir haben die Werte nicht übernommen. Die geprüften Zahlen stehen in unserem Beitrag zu den WordPress-Lücken im zweiten Quartal.

Das falsche Datum. Für diesen Beitrag datierte dasselbe Werkzeug die Google-Änderung auf den 3. Oktober. Googles eigene Update-Seite nennt den 1. Oktober [2]. Kleiner Fehler, aber er hätte im ersten Satz gestanden.

Die kostenlose Leistung. In einem Kundenprojekt beschrieb der KI-Entwurf für eine Kategorieseite eine Serviceleistung des Herstellers als kostenlos. Der Abgleich mit den Produktunterlagen ergab: kostenlos nur beim Kauf eines bestimmten Produkts, sonst 100 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Wir haben den Satz korrigiert, bevor der Text an den Kunden ging.

Alle drei Fehler klangen plausibel. Aufgefallen sind sie nur, weil jemand die Primärquelle geöffnet hat. Genau diesen Schritt beschreibt Google jetzt als „critical“.

Prüfroutine in sechs Schritten

Diese Schritte funktionieren in TYPO3, WordPress und jedem anderen CMS. Du brauchst dafür keinen Code, und der Zeitgewinn durch KI bleibt erhalten. Teuer wird es erst, wenn ein falsches Angebot im Suchergebnis steht.

  1. Inventar machen. Schreib auf, wo bei dir KI Text erzeugt: KI-Funktion im CMS, SEO-Plugin, Übersetzungs-Tool, Dienstleister. Die Plugin-Liste und die Einstellungen der Erweiterungen zeigen das in wenigen Minuten. Frag beim Dienstleister nach, ob er KI für Metadaten nutzt.
  2. Fakten im Fließtext abgleichen. Jede Zahl, jeder Name, jedes Datum und jede Norm gegen die Quelle prüfen, also gegen das Produktdatenblatt oder den Originalbericht. Steht keine Quelle dahinter, fliegt die Aussage raus oder bekommt eine.
  3. Title und Meta-Description stichprobenartig lesen. Öffne zehn wichtige Seiten und lies beide Felder dort, wo sie gepflegt werden: in TYPO3 in den Seiteneigenschaften im Reiter SEO, in WordPress in der Box deines SEO-Plugins unter dem Editor. Wenn du selbst nicht ins CMS gehst, lass dir die zehn Felder als Liste schicken. Stimmen Angebot und Ort?
  4. Strukturierte Daten validieren. Prüfe die zehn Seiten mit dem Rich Results Test von Google [6]. Achte auf Angaben, die nicht auch sichtbar auf der Seite stehen.
  5. Alt-Texte gegen das Bild lesen. Beschreibt der Text, was wirklich zu sehen ist? Bei Produkt- und Maschinenbildern lohnt der zweite Blick, weil Typbezeichnung und Bauteil aus dem Bild allein oft nicht eindeutig sind.
  6. Freigabe benennen. Leg fest, wer KI-Texte freigibt, mit Namen, und halte die Freigabe dort fest, wo der Text liegt: als Kommentar am Ticket oder im Änderungsverlauf des CMS. Ohne Zuständigen bleibt die Prüfung ein guter Vorsatz.

Für Online-Shops kommt ein Punkt dazu: Im Google Merchant Center brauchen KI-erzeugte Bilder laut Google die Metadaten-Kennung TrainedAlgorithmicMedia, und KI-erzeugte Produkttitel und -beschreibungen sind getrennt anzugeben und als KI-erzeugt zu kennzeichnen [1].

Google empfiehlt außerdem, bei automatisch erzeugten Inhalten zu erklären, wie sie entstanden sind, und zwar dort, wo Leser sich diese Frage stellen würden [1][3]. Für einen Fachbeitrag reicht oft ein Satz zur Arbeitsweise.

KI-Einsatz auf deiner Website gemeinsam prüfen

In 15 Minuten siehst du, an welchen Stellen deiner Website KI Texte oder Metadaten erzeugt und welche zehn Seiten zuerst eine Prüfung brauchen. Das Erstgespräch kostet nichts. Mehr zu unserer Arbeit mit TYPO3 und WordPress steht auf den Leistungsseiten.

KI-Einsatz im Webprojekt evaluieren

Häufige Fragen

Bestraft Google KI-Texte?

Nein. Google erlaubt KI-Inhalte und nennt zu diesem Update keine Ranking-Änderung. Massenhaft erzeugte Seiten ohne Mehrwert können aber gegen die Spam-Richtlinie zu „scaled content abuse“ verstoßen.

Muss ich KI-Texte auf meiner Website kennzeichnen?

Google empfiehlt Hinweise zur Entstehung dort, wo Leser sich fragen würden, wie ein Inhalt entstanden ist. Eine Pflicht für jeden Text nennt Google nicht. Verantwortlich für den Inhalt bleibt dein Unternehmen, nicht das Werkzeug. Für Produktdaten im Merchant Center gelten eigene Kennzeichnungsregeln.

Gilt die Prüfung auch für Alt-Texte und Meta-Descriptions?

Ja. Google nennt Title, Meta-Description, strukturierte Daten und Alt-Texte ausdrücklich, weil sie in Suchergebnissen erscheinen können.

Woran merke ich, ob mein CMS KI-Texte erzeugt?

Schau in die Einstellungen deines SEO-Plugins und deiner Erweiterungen nach Funktionen zum automatischen Erzeugen von Texten. Frag zusätzlich deinen Dienstleister, ob er KI für Metadaten nutzt. ---

Quellen