Das Wichtigste in Kürze
- Google benennt die Begriffe AEO und GEO in der eigenen Dokumentation und ordnet die Arbeit dahinter der Suchmaschinen-Arbeit zu. Wörtlich: "and thus still SEO".
- Google warnt in derselben Doku vor Drittanbieter-Werkzeugen, die Ranking-Erfolg versprechen oder angeblich interne Google-Kennzahlen nutzen.
- Eine Seite muss laut Google indexiert sein, um in AI Overviews oder AI Mode als Quelle zu erscheinen. Das ist die Vorbedingung, an der viele Projekte scheitern.
- Historische Momentaufnahme vom 14.08.2026: Von 199 Seiten waren 3 indexiert. 182 Blogartikel standen in der Sitemap, keiner hatte im ausgewerteten Zeitraum Impressionen. Das ist nicht der heutige Stand.
- Update 25.09.2026: Den Umzug auf waterproof.agency haben wir nach knapp drei Monaten abgebrochen. Nach der Rückkehr auf waterproof-web-wizard.de meldete Google einen Tag später 34 von 38 geprüften neueren Artikeln als indexiert. Details und Einschränkungen stehen unten.
- Es gibt eine belastbare Gegenposition. Zitationsmuster der KI-Systeme decken sich messbar nur teilweise mit Google-Rankings.
- Für deutsche B2B-Industrie gibt es genau eine Studie mit offengelegter Methodik. Sie stammt von einem Anbieter, der ein Werkzeug dazu verkauft.
Kurz beantwortet: GEO ist nach Googles eigener Dokumentation keine eigene Disziplin, sondern Teil der Suchmaschinen-Arbeit. Google schreibt wörtlich "and thus still SEO". Für Googles AI Overviews und AI Mode muss eine Seite indexiert sein und mit einem Snippet erscheinen dürfen. Ohne Google-Index keine Zitierung in diesen beiden Funktionen. Das ist keine allgemeine Regel für alle KI-Systeme.
Deutschsprachige Vergleichsseiten nennen für ein GEO-Paket derzeit Preise zwischen 500 Euro und 15.000 Euro im Monat. Für dieselbe Bezeichnung. Das zeigt eine Auswertung dieser Seiten mit Stand Juli 2026. Wenn der Preis für ein Produkt um den Faktor dreißig schwankt, beschreibt die Bezeichnung kein Produkt.
Das ist der Zustand, in dem Marketing-Verantwortliche gerade entscheiden sollen, ob sie ein zweites Budget neben dem SEO-Budget aufmachen.
Wir haben deshalb nicht gefragt, was Anbieter dazu sagen. Wir haben nachgesehen, was die Suchmaschinen- und KI-Anbieter selbst dokumentieren, was unabhängig gemessen wurde, und was unsere eigene Website hergibt.
Was Google in der eigenen Dokumentation schreibt
Google hat einen Leitfaden zur Ausrichtung auf die generativen KI-Funktionen der Suche veröffentlicht. Die Fußzeile nennt als Stand den 10. Juli 2026.
Der Leitfaden benennt die Marktbegriffe zuerst und definiert sie: "AEO" steht für "answer engine optimization", "GEO" für "generative engine optimization". Google ordnet die Arbeit dahinter dann klar zu:
"From Google Search's perspective, optimizing for generative AI search is optimizing for the search experience, and thus still SEO."
Der Grund steht ebenfalls dort. Die generativen Funktionen stützen sich auf dieselben Ranking- und Qualitätssysteme wie die klassische Suche.
Ungewöhnlich deutlich wird Google beim Werkzeugmarkt:
"Be wary of third-party tools that promise ranking success or claim to use 'internal' Google metrics. No third-party tool has access to our internal ranking or AI systems."
Wer also ein Dashboard kauft, das eine Kennzahl aus Googles Innerem verspricht, kauft eine Schätzung. Das muss kein schlechtes Produkt sein. Es ist nur keine Messung an der Quelle.
Die Vorbedingung, die selten jemand nennt
Der praktisch wichtigste Satz steht in einem zweiten Dokument, der Seite zu den KI-Funktionen, Stand 10. Dezember 2025:
"To be eligible to be shown as a supporting link in AI Overviews or AI Mode, a page must be indexed and eligible to be shown in Google Search with a snippet."
Übersetzt: Eine Seite muss im Google-Index stehen und dort mit einem Textausschnitt erscheinen dürfen. Sonst kommt sie als Quelle nicht infrage.
Das ist keine Empfehlung, sondern eine Zulassungsbedingung. Wer nicht indexiert ist, kann in diesen Funktionen nicht zitiert werden. Kein Leistungspaket ändert daran etwas.
Google beschreibt dort außerdem eine Technik namens "query fan-out". Das System stellt mehrere verwandte Anfragen gleichzeitig und holt so zusätzliche Ergebnisse. Das erweitert die Menge möglicher Quellen. An der Zulassungsbedingung ändert es nichts.
Vier Maßnahmen, die Google ausdrücklich für unnötig erklärt
Der Leitfaden hat einen eigenen Abschnitt dafür. Er heißt "Mythbusting generative AI search: what you don't need to do". Vier Punkte daraus stehen in fast jedem GEO-Angebot, das wir gesehen haben.
llms.txt und maschinenlesbare Zusatzdateien. Google schreibt: "You don't need to create new machine readable files, AI text files, markup, or Markdown to appear in Google Search."
Inhalte in kleine Blöcke zerlegen. Das sogenannte Chunking gilt in der Branche als Pflicht. Google schreibt: "There's no requirement to break your content into tiny pieces for AI to better understand it."
Ein besonderer Schreibstil für KI. Google schreibt: "You don't need to write in a specific way just for generative AI search."
Strukturierte Daten als Hebel für KI-Antworten. Google schreibt: "Structured data isn't required for generative AI search, and there's no special schema.org markup you need to add."
Strukturierte Daten bleiben trotzdem sinnvoll. Sie zahlen auf die erweiterte Darstellung in den Treffern ein, nicht auf die KI-Antwort.
Wer ein Angebot bekommt, in dem diese vier Punkte als Leistung stehen, hat damit eine Grundlage für die Rückfrage.
Unsere eigene Messung: der historische Stand vom 14.08.2026
Wir führen seit dem 14. August 2026 eine Messreihe zur Indexierung unserer eigenen Website. Anlass war der damalige Umzug von waterproof-web-wizard.de auf waterproof.agency.
Der Ausgangswert, Stand 14.08.2026 (Indexierungsstand laut Search Console vom 7. August 2026):
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Indexierte Seiten | 3 |
| Nicht indexiert | 196 |
| davon "gecrawlt, zurzeit nicht indexiert" | 174 |
| URLs mit Impressionen in 28 Tagen | 3 |
| Blogartikel in der Sitemap | 182 |
| Blogartikel mit Impressionen | 0 |
Im historischen Messpunkt vom 14.08.2026 standen 182 Fachbeiträge in der Sitemap. Keiner hatte im ausgewerteten Zeitraum Impressionen. Impressionen und Indexierung sind unterschiedliche Messgrößen: Null Impressionen allein beweist nicht, dass eine Seite nicht indexiert ist.
Für die 196 damals als nicht indexiert gemeldeten Seiten bedeutete Googles Zulassungsbedingung: Sie kamen zu diesem Indexierungsstand nicht als Quelle in AI Overviews oder AI Mode infrage. Das allein war kein Qualitätsurteil über ihren Inhalt.
Ein GEO-Paket hätte die Indexierungsbedingung nicht aufgehoben. Die technische Prüfung musste eine Stufe früher ansetzen.
Zum damaligen Messpunkt lief die Migration auf waterproof.agency. Am 13. und 14. August hatten wir technische Maßnahmen umgesetzt und einen Entscheidungspunkt für Kalenderwoche 39 gesetzt. Diese Ausgangslage ist historisch; die folgende Aktualisierung beschreibt den späteren Stand.
Aktualisierung vom 25.09.2026: Wir sind zurück auf waterproof-web-wizard.de
Diesen Artikel haben wir mitten in einem Domainumzug geschrieben. Inzwischen wissen wir, wie er ausgegangen ist: Wir haben ihn abgebrochen.
Was wir gemacht haben. Am 26.06.2026 sind wir von waterproof-web-wizard.de auf waterproof.agency umgezogen. Jede alte Adresse leitete per 301 auf die passende neue Seite weiter. Am 13.08. haben wir die Adressänderung in der Search Console eingereicht. Parallel haben wir regelmäßig neue Fachbeiträge veröffentlicht und die Indexierung Woche für Woche in der Search Console geprüft.
Was dabei herauskam. Nach knapp drei Monaten meldete die Search Console für waterproof.agency 4 indexierte Seiten und 624 nicht indexierte, Stand 21.09.2026. 216 davon standen auf "Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert". Die neue Domain hat in dieser Zeit keine Sichtbarkeit aufgebaut. Und die Sichtbarkeit der alten Domain ist nicht erkennbar mitgekommen.
Warum wir zurückgegangen sind. Für Kalenderwoche 39 hatten wir uns eine Schwelle gesetzt: mindestens 20 indexierte Seiten. Wir lagen weit darunter. Am 24.09.2026 haben wir deshalb umgestellt. Deutsche Inhalte laufen wieder auf waterproof-web-wizard.de, englische auf waterproof-web-wizard.com. waterproof.agency bleibt unsere Adresse für E-Mail und leitet Seitenaufrufe auf die passende Zielseite weiter.
Was danach passiert ist. Einen Tag nach der Umstellung haben wir 38 neuere Blogartikel einzeln über die Search Console abgefragt. 34 davon meldet Google auf waterproof-web-wizard.de als indexiert, alle am 24.09. gecrawlt. Am deutlichsten ist die Gruppe der 21 Artikel, die erst nach dem Umzug erschienen sind: 19 davon stehen jetzt auf .de im Index. Unter waterproof.agency war keiner dieser Artikel indexiert.
Eine Einschränkung gehört dazu. Die Schnittstelle zeigt, dass eine Seite im Index steht, nicht seit wann. Über Besucher und Anfragen sagt der Befund noch nichts. Die Impressionen messen wir am 01.10. und am 08.10. nach.
Was wir daraus mitnehmen. Saubere Weiterleitungen und eine eingereichte Adressänderung sind die Voraussetzung für einen Umzug. Eine Garantie sind sie nicht. Google entscheidet selbst, wie schnell es Signale auf eine neue Domain überträgt. Bei uns kam in drei Monaten fast nichts an, obwohl wir regelmäßig veröffentlicht haben. Nach der Rückkehr auf die eingeführte Domain meldete Google schon einen Tag später den Großteil der Beiträge als indexiert.
Das ist unser Einzelfall, keine allgemeine Regel. Unsere .de-Domain hatte eine lange Geschichte, eine neue generische Domain startet bei null. Wer einen Domainwechsel plant, sollte vorher festlegen, woran er nach wenigen Wochen erkennt, ob der Umzug ankommt. Und was er tut, wenn nicht.
Für das Thema dieses Artikels heißt das konkret: Nicht indexierte Seiten kommen als Quelle in AI Overviews und AI Mode nicht infrage. Drei Monate Umzug waren bei uns drei Monate, in denen unsere neuen Beiträge dort keine Chance hatten.
Unser Fazit: Einen Domainumzug empfehlen wir derzeit nicht
Nach Googles Richtlinien hätte unser Umzug kein Problem sein dürfen. Google schreibt, neue generische Endungen wie .agency werden beim Crawlen, Indexieren und Ranken genauso behandelt wie andere Endungen. Einen Wechsel dorthin behandelt Google wie jeden anderen Umzug. In der Praxis sah das bei uns anders aus.
Deshalb raten wir Unternehmen im Moment von einem Wechsel auf eine neue Domain ab, solange es keinen zwingenden Grund gibt. Ob es bei uns an der generischen Endung lag oder daran, dass die Domain neu und ohne Geschichte war, können wir nicht trennen. Beides kam zusammen. Bei einer neuen generischen Domain wären wir heute besonders vorsichtig.
Google selbst gibt dafür einen Hinweis, im selben Beitrag zu den neuen Endungen: Domainwechsel können in der Suche Zeit brauchen. Es sei deshalb meist am besten, gleich eine Domain zu wählen, die langfristig passt. In der Anleitung zum Umzug nennt Google für mittelgroße Websites "ein paar Wochen oder länger". Bei uns waren es knapp drei Monate ohne erkennbares Ergebnis.
Wir sind damit nicht allein. In SEO-Foren auf Reddit berichten Betreiber von Umzügen mit sauberen 301-Weiterleitungen, bei denen die neue Domain nach Monaten kaum im Index steht. Ein Beispiel: ein Umzug von .net auf .org, nach sechs Monaten über 40.000 URLs auf "Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert" und nur ein bis zwei indexierte Seiten. Der Betreiber schreibt, vor einigen Jahren habe so ein Wechsel zwei bis vier Wochen gedauert. Das sind Erfahrungsberichte, keine Messung. Das Muster gleicht aber unserem.
Was nicht geholfen hat: Google Ads. Von Ende Juni bis Anfang August liefen unsere Anzeigen direkt auf Seiten von waterproof.agency. Das brachte rund 400 bezahlte Klicks auf die neue Domain. Auf die Indexierung hatte das keinen erkennbaren Effekt. Das passt zu Googles eigener Aussage: Ausgaben für bezahlte Suche haben keinen Einfluss auf das organische Ranking.
Bing hat sich anders verhalten. Die Bing Webmaster Tools führen für waterproof.agency über 600 URLs als indexiert, Stand 25.09.2026. Viele Seiten hat Bing schon am Umzugstag entdeckt und danach regelmäßig gecrawlt. Dieselbe Domain, dieselben Weiterleitungen, dieselben Inhalte: Bing hat sie aufgenommen, Google nicht.
Unsere Vermutung, ausdrücklich als Vermutung: Seit immer mehr Inhalte massenhaft und mit KI entstehen, prüft Google neue Domains strenger. Google geht mit einer eigenen Spam-Richtlinie gegen viele Seiten ohne Mehrwert vor, die vor allem das Ranking beeinflussen sollen. Egal, ob ein Mensch oder eine KI sie geschrieben hat. Dass neue Domains deshalb langsamer aufgenommen werden, hat Google nicht gesagt. Wir können es auch nicht beweisen. Es würde aber erklären, warum so viele Seiten bei uns auf "Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert" stehen blieben. Im erwähnten Reddit-Thread zum Umzug von .net auf .org vermutet ein Kommentator dasselbe: Strengere Spam-Prüfungen machten Umzüge heute langsamer als früher. Belegt ist das dort genauso wenig wie bei uns.
Wenn du trotzdem umziehen musst, dann mit zwei Festlegungen vorab. Erstens: Woran erkennst du nach wenigen Wochen, ob der Umzug ankommt? Bei uns waren das 20 indexierte Seiten bis Kalenderwoche 39. Zweitens: Was tust du, wenn nicht? Wir hatten die alte Domain behalten und konnten deshalb zurück. Das würden wir jedem raten.
Wo die Gegenseite recht hat
Die Sache wäre zu einfach, wenn hier Schluss wäre. Es gibt Daten, die für eine eigenständige Betrachtung sprechen.
Zitationsmuster decken sich nur teilweise mit Rankings. Eine Auswertung von 18.377 abgeglichenen Suchanfragen, berichtet im Search Engine Journal, verglich die von KI-Systemen zitierten Domains mit den Google-Ergebnissen. Bei Perplexity lag die mittlere Überschneidung der Domains mit Google bei 25 bis 30 Prozent, bei ChatGPT bei 10 bis 15 Prozent. Gemini schwankte stark und teilte insgesamt nur 160 Domains mit Google. Wer in Google vorn steht, steht damit nicht automatisch in der KI-Antwort. Einschränkung: Die Auswertung stammt von einem Anbieter von SEO-Werkzeugen. 89 Prozent der Anfragen entfielen auf Perplexity. Der Zeitraum umfasst zwei Monate, der Bericht nennt ihn selbst eine Momentaufnahme.
Inhaltliche Eingriffe wirken messbar. Das Paper "GEO: Generative Engine Optimization" von Aggarwal und Kollegen, veröffentlicht auf der KDD 2024, testete gezielte Textänderungen. Zitate im Text, konkrete Statistiken und Quellenangaben erhöhten die Sichtbarkeit in generierten Antworten. In der Spitze um rund 40 Prozent. Einschränkungen, die die Autoren selbst nennen: Der Benchmark lief zum großen Teil gegen eine nachgebaute Pipeline mit GPT-3.5 als Antwortgenerator. Das Paper wurde im November 2023 eingereicht, also vor AI Mode und vor dem heutigen Stand der Systeme. Die Autoren erwarten zudem, dass künftige Modelle mit größeren Kontextfenstern mehr Quellen einbeziehen. Dann verliert das Suchranking an Einfluss auf die Auswahl.
KI-Traffic ist qualitativ hochwertig. Karl Wells von der Washington Post beschreibt gegenüber Digiday, dass Besucher von KI-Plattformen länger auf der Seite bleiben. Wörtlich nennt er eine "four-to-five-times higher subscription conversion rate compared to traditional search". Wenige Besucher können also viel wert sein.
Und die Retrieval-Architektur ist tatsächlich neu. Michael King von iPullRank argumentiert im selben Digiday-Beitrag mit "content chunking", also der Zerlegung von Inhalten in abrufbare Passagen. Sein Punkt: Jeder Kanal brauche eigene Aufmerksamkeit.
Wir halten diese Einwände für ernsthaft. Sie belegen, dass die Auswahl von Quellen in KI-Systemen anders funktioniert als ein Ranking. Sie belegen nicht, dass daraus ein getrennt einzukaufendes Fach mit eigenem Budget folgt.
Am nüchternsten formuliert es Jeremy Moser von uSERP gegenüber Digiday:
"If a GEO service does not openly tell you that success in AI visibility is 80 percent good fundamental SEO, they are selling you snake oil."
Was im deutschen B2B tatsächlich gemessen wurde
Für die deutsche Industrie gibt es nach unserer Recherche genau eine Untersuchung mit offengelegter Methodik. Sie stammt von morefire, veröffentlicht am 14. Juli 2026 von Robin Heintze.
Der Aufbau: 62 deutsche B2B-Industrieunternehmen, 12.250 ausgewertete KI-Antworten, vier Systeme. Dazu zehn neutrale Fragen je Unternehmen, fünf Durchläufe je Frage und System.
Zwei Ergebnisse sind für die Praxis wichtig.
Erstens der Anteil an den Antworten. Im Mittel taucht ein Unternehmen in 6,6 Prozent der Antworten seiner eigenen Kategorie auf. Der beste Wert im Feld liegt bei 17,2 Prozent.
Zweitens, und das ist der eigentliche Befund: Von 118.099 Zitierungen führten nur 5.955 auf die Domain des jeweiligen Unternehmens. Das sind 5 Prozent. Die übrigen 95 Prozent stammen aus fremden Quellen, unter anderem aus Branchenverzeichnissen und Wikipedia.
Über die eigene Firma entscheidet also überwiegend, was anderswo über sie steht.
Hier ist Vorsicht angebracht, in zwei Richtungen. Die Studie stammt von einem Anbieter, der ein Werkzeug dazu verkauft. Und sie legt selbst eine Schwäche offen, die den ganzen Messmarkt betrifft. 46 Prozent der Marken erschienen nicht in allen fünf identischen Durchläufen. Dieselbe Frage, dasselbe System, unterschiedliche Antwort. Gemini führte in der Untersuchung in 0 Prozent der Fälle eine Live-Websuche durch, Perplexity in 99,7 Prozent.
Wer eine Kennzahl für Sichtbarkeit in KI-Antworten kauft, kauft also einen Messwert mit erheblicher Streuung. Das entwertet die Messung nicht. Es verlangt aber, sie mit Wiederholungen zu fahren und Einzelwerte nicht zu überschätzen.
Wie groß der Kanal heute wirklich ist
Zwei Zahlen helfen gegen beide Übertreibungen.
SE Ranking hat Google-Analytics-Daten von 101.574 Websites ausgewertet. Der Anteil von ChatGPT am Referral-Traffic lag im April 2026 bei 0,23 Prozent und im Mai bei 0,32 Prozent. Das ist ein Zuwachs von 36,7 Prozent in einem Monat und der höchste bis dahin gemessene Wert. Die Autoren schreiben selbst dazu, dieser Verkehr mache "only a tiny portion of total website traffic" aus.
Gleichzeitig verändert sich das Klickverhalten in der Suche. Das Pew Research Center hat dafür die sauberste Datenbasis. Erfasst wurden 900 Erwachsene in den USA per Browser-Messung. Daraus ergaben sich 68.879 Suchen im März 2025, davon 12.593 mit KI-Zusammenfassung. Mit KI-Zusammenfassung klickten Nutzer in 8 Prozent der Besuche auf ein klassisches Ergebnis, ohne sie in 15 Prozent.
Zusammengenommen: Der direkte Verkehr aus KI-Systemen ist heute klein und wächst schnell. Der Verlust an Klicks in der klassischen Suche ist bereits jetzt spürbar. Beides gleichzeitig ernst zu nehmen ist die unbequeme, aber ehrliche Lesart.
Was der Arbeitsmarkt macht
Ein Signal, das wir nebenbei gefunden haben und das uns überzeugender vorkommt als jede Positionsdebatte.
Wer im DACH-Raum aktuell Stellen und Projekte ausschreibt, sucht "SEO/GEO Manager" oder "SEO & GEO Manager". Als eine Rolle. Das gilt für Agenturnetzwerke ebenso wie für spezialisierte Dienstleister. Selbst auf Trainee-Ebene taucht der Kombi-Titel auf.
Uns ist in der Recherche keine Ausschreibung begegnet, die GEO isoliert ohne SEO-Bezug sucht.
Unternehmen, die dafür Gehalt zahlen, haben die Frage praktisch also längst entschieden. Sie besetzen eine Stelle, nicht zwei.
Die Datenlage auf einen Blick
| Untersuchung | Umfang | Kernergebnis | Wer dahintersteht |
|---|---|---|---|
| Pew Research Center, 22.07.2025 | 900 Personen, 68.879 Suchen | Klick auf ein klassisches Ergebnis: 8 Prozent mit KI-Zusammenfassung, 15 Prozent ohne | gemeinnützig, unabhängig |
| Aggarwal und Kollegen, KDD 2024 | Benchmark mit 10.000 Anfragen | Zitate und Statistiken im Text erhöhen die Sichtbarkeit, in der Spitze rund 40 Prozent | Hochschulforschung, begutachtet |
| Search Atlas, 19.11.2025 | 18.377 abgeglichene Suchanfragen | Mittlere Überschneidung der zitierten Domains mit Google: Perplexity 25 bis 30, ChatGPT 10 bis 15 Prozent, Gemini stark schwankend | Anbieter von SEO-Software |
| SE Ranking, 09.07.2026 | 101.574 Websites | ChatGPT-Anteil am Referral-Traffic im Mai 2026: 0,32 Prozent | Anbieter von SEO-Software |
| morefire, 14.07.2026 | 62 deutsche Industriefirmen, 12.250 Antworten | Share of Voice im Mittel 6,6 Prozent, 5 Prozent der Zitierungen auf die eigene Domain | Anbieter mit eigenem Messwerkzeug |
Drei der fünf Untersuchungen stammen von Firmen, die im selben Markt etwas verkaufen. Das entwertet die Zahlen nicht, es gehört aber dazu.
Was wir daraus für die Arbeit ableiten
Drei Stufen, in dieser Reihenfolge. Die Reihenfolge ist der eigentliche Rat.
Stufe 1: Zulassung herstellen. Prüfe, wie viele deiner Seiten tatsächlich im Index stehen. Das ist der Kern unserer SEO-Beratung für B2B. Die Zahl steht in der Google Search Console unter Indexierung. Steht dort eine große Zahl unter "Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert", ist das dein Thema. Alles Weitere ist bis dahin Theorie.
Stufe 2: Zitierfähigkeit im Text herstellen. Das ist der Punkt, an dem die Forschung tatsächlich etwas hergibt. Eigene Zahlen, benannte Quellen und klar abgegrenzte Passagen erhöhen die Chance, dass ein System deinen Abschnitt übernimmt. Ein Absatz, der eine Frage vollständig beantwortet, ist leichter zitierbar als ein Text, der auf ein Fazit hinarbeitet. Wie wir solche Fachbeiträge mit eigener Substanz planen, beschreiben wir auf der Leistungsseite.
Stufe 3: Fremdquellen ernst nehmen. Wenn 95 Prozent der Zitierungen in deiner Kategorie nicht von deiner Domain kommen, entscheidet der Rest des Netzes mit. Gemeint sind Branchenverzeichnisse, Fachmedien, Verbände und Datenbanken, in denen deine Firma korrekt und aktuell steht. Gemeint sind ausdrücklich nicht gekaufte Nennungen: Google warnt im selben Leitfaden davor, künstliche Erwähnungen aufzubauen.
Der Unterschied ist einfach. Ein Eintrag im Branchenverzeichnis mit korrekten Daten ist Pflege. Ein eingekaufter Erwähnungs-Schwarm ist ein Risiko.
Prüf es an deiner eigenen Seite
Vier Fragen, für die du niemanden brauchst.
- Wie viele deiner Seiten sind indexiert, und wie viele nicht? Wenn du die Zahl nicht kennst, ist das die erste Aufgabe.
- Steht in deinen wichtigsten Beiträgen eine Zahl, ein Messwert oder ein Fall aus dem eigenen Haus? Wenn nein, ist der Text austauschbar.
- Sind deine Einträge in Branchenverzeichnissen aktuell? Firmierung, Adresse, Leistungen.
- Wenn dir jemand ein GEO-Angebot macht: Welche Position darin ist keine Suchmaschinen-Arbeit? Bleibt keine übrig, ist es eine Umbenennung.
Was auf dem Spiel steht, nüchtern betrachtet
Wer das Thema ignoriert, verliert nicht über Nacht sein Geschäft. Der direkte Verkehr aus KI-Systemen liegt heute im Bereich von Bruchteilen eines Prozents.
Was man verliert, ist unauffälliger. Eine Messreihe wird erst über Zeit aussagekräftig. Wer heute keinen Ausgangswert erhebt, kann in einem Jahr nicht sagen, ob sich etwas verändert hat. Der Wert entsteht durch die Historie, und die lässt sich nicht rückwirkend anlegen.
Wer ein zweites Budget freigibt, während die eigenen Seiten nicht im Index stehen, zahlt das Dach vor dem Fundament.
Nächster Schritt
Du kennst jetzt unsere Zahlen. Deine kennst du noch nicht.
Wenn du wissen willst, wie viele deiner Seiten überhaupt zitierfähig sind, schauen wir uns das gemeinsam an. Wir gehen deinen Indexierungsstand durch, prüfen die wichtigsten Seiten auf eigene Substanz und sagen dir, wo der Engpass sitzt.
Das Erstgespräch dauert 15 Minuten und kostet nichts.
Häufige Fragen
Ist GEO jetzt Unsinn?
Nein. Der Bedarf ist real, und die Zitationsauswahl der KI-Systeme funktioniert nachweislich anders als ein Google-Ranking. Fragwürdig ist die Trennung in ein eigenes Budget. Google selbst ordnet die Arbeit der Suchmaschinen-Arbeit zu.
Wir haben viele gute Blogartikel. Reicht das nicht?
Für Googles AI Overviews und AI Mode ist Indexierung eine Voraussetzung, keine Garantie für Zitierungen. Unsere historische Momentaufnahme vom 14.08.2026 umfasste 182 Artikel in der Sitemap ohne Impressionen im ausgewerteten Zeitraum. Das ist nicht der aktuelle Stand; siehe Aktualisierung vom 25.09.2026. Null Impressionen allein beweist keine fehlende Indexierung. Andere KI-Systeme haben eigene Zugriffswege.
Brauchen wir spezielles Markup für KI-Antworten?
Google schreibt, für die generative KI-Suche seien keine zusätzlichen Anforderungen und keine besonderen Auszeichnungen nötig. Strukturierte Daten bleiben für die erweiterte Darstellung in den Treffern sinnvoll.
Ist E-E-A-T ein Ranking-Faktor, an dem wir schrauben können?
Nein, jedenfalls nicht direkt. Google schreibt dazu: "While E-E-A-T itself isn't a specific ranking factor, using a mix of factors that can identify content with good E-E-A-T is useful." E-E-A-T ist ein Bewertungsrahmen, keine Stellschraube.
Nach welchen Kriterien wählen ChatGPT und Perplexity ihre Quellen aus?
Das ist öffentlich nicht dokumentiert. Beide Anbieter beschreiben ihre Crawler und ihre Zitierpraxis, aber kein Auswahlverfahren. Was dazu im Umlauf ist, stammt aus Rückschlüssen Dritter. Wer dir dazu eine Formel verkauft, verkauft eine Vermutung.
Lohnt sich ein Werkzeug, das unsere Nennungen in KI-Systemen misst?
Als Messung ja, als Steuerungsgröße mit Vorsicht. In der einzigen deutschen Industriestudie erschienen 46 Prozent der Marken nicht in allen fünf identischen Durchläufen. Ein Einzelwert sagt wenig, eine Reihe über Zeit sagt mehr.
Sollen wir KI-Crawler aussperren?
Das ist eine Abwägung, keine Standardantwort. OpenAI, Anthropic und Perplexity dokumentieren jeweils getrennte Bots für Training und für Live-Suche. Wer nur das Training ausschließen will, muss nicht den Bot blockieren, der Zitate liefert. Prüfe die Doku des jeweiligen Anbieters, bevor du eine Regel in die robots.txt schreibst.
Woher stammen die Zahlen?
Die Quellen der ursprünglichen Fassung stehen unten mit Stand 14.08.2026. Unsere historische Messung bleibt als Ausgangswert erhalten. Die Aktualisierung vom 25.09.2026 beruht auf gespeicherten Antworten der GSC URL Inspection API für eine andere, neuere DE-Artikelgruppe. Sie ist kein Vergleich derselben 199 Seiten und kein Nachweis für mehr Traffic. ---
Quellen
- Google Search Central, Leitfaden zur Ausrichtung auf generative KI-Funktionen, Stand 2026-07-10. developers.google.com
- Google Search Central, AI Features and Your Website, Stand 2025-12-10. developers.google.com
- Pew Research Center, Google users are less likely to click on links when an AI summary appears, 2025-07-22. pewresearch.org
- Aggarwal, Murahari, Rajpurohit, Kalyan, Narasimhan, Deshpande: GEO, Generative Engine Optimization, KDD 2024. arxiv.org
- morefire, KI-Sichtbarkeit im B2B, Studie mit 62 Industrieunternehmen, 2026-07-14. more-fire.com
- Digiday, GEO hype busted, Sara Guaglione, 2026-03-10. digiday.com
- SE Ranking, ChatGPT referral traffic, Yulia Deda, 2026-07-09. seranking.com
- Search Engine Journal zur Search-Atlas-Auswertung von 18.377 Queries, 2025-11-19. searchenginejournal.com
- OpenAI, Übersicht der Crawler und Bots. developers.openai.com
- Anthropic, Crawler-Dokumentation, Stand 2026-04-07. support.claude.com
- Perplexity, Crawler-Dokumentation. docs.perplexity.ai
- SEYBOLD, Was kostet GEO? Auswertung deutschsprachiger Vergleichsseiten, Stand Juli 2026. seybold.de
- Google Search Central, Creating helpful, reliable, people-first content, Stand 2025-12-10. developers.google.com
- Google, Search Quality Rater Guidelines, Stand 2025-09-11, Abschnitt 3.4. guidelines.raterhub.com
