Sichtbarkeit & KI-Suche24. September 2026 

AI Overviews ausschließen: Was der neue Schalter in der Search Console kann

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AI Overviews ausschließen: Was der neue Schalter in der Search Console kann

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit 31.08.2026 gibt es für alle Websites weltweit einen Schalter in der Search Console, der die Seite aus AI Overviews, AI Mode und Discover-KI-Funktionen nimmt.
  • Laut Google ist der Schalter kein Ranking-Signal für die normalen Suchergebnisse. Er stoppt aber auch kein KI-Training; dafür bleibt Google-Extended zuständig.
  • Über Unterverzeichnis-Properties lässt sich der Ausschluss auf einzelne Bereiche begrenzen, etwa nur /blog/.
  • Der neue Bericht zeigt KI-Impressionen nach Seite, Land und Gerät. Klicks nennt die Hilfeseite nicht.
  • Für die meisten B2B-Websites ist Messen der erste Schritt, nicht Abschalten.

Seit dem 31. August 2026 kann jede Website mit einem Schalter in der Search Console aus Googles KI-Antworten aussteigen. Das betrifft AI Overviews (die KI-Übersichten über den Suchergebnissen), den AI Mode und die KI-Funktionen in Google Discover. Die klassischen Suchergebnisse bleiben davon unberührt, sagt Google.

Die gute Nachricht zuerst: Niemand muss diese Woche etwas entscheiden. Der Schalter steht standardmäßig auf „einschließen“, und dieselbe Umstellung hat einen Bericht mitgebracht, der zum ersten Mal zeigt, wie oft deine Seiten in KI-Antworten auftauchen. Die sinnvolle Reihenfolge ist deshalb: erst anschauen, dann entscheiden.

Was der Schalter genau steuert

Google beschreibt die Einstellung auf der Hilfeseite zur Search generative AI control mit drei Optionen:

OptionWas passiert
Einschließen (Standard)Deine Inhalte können in KI-Antworten erscheinen, dort verlinkt werden und die Antwort mit begründen.
AusschließenKeine Links, keine Inhalte, keine Impressionen und kein Traffic mehr aus diesen Funktionen.
Vom Parent übernehmenDie Property folgt dem Wert der übergeordneten Property. Standard für alle Unter-Properties.

„Die Antwort mit begründen“ heißt bei Google „grounding“. Gemeint ist: Das Sprachmodell stützt seine Antwort auf Inhalte, die es gerade aus dem Suchindex holt. Wer ausschließt, liefert dafür kein Material mehr und taucht auch nicht als Quelle auf.

Du findest den Schalter unter „Einstellungen“ in deiner Property. In der englischen Oberfläche heißt der Eintrag „Search generative AI“. Nach einer Änderung dauert es laut Google in der Regel ein bis zwei Tage, bis der Ausschluss greift, sobald die Einstellung aktiv ist. Einzelne Inhalte können wegen Zwischenspeichern länger sichtbar bleiben.

Was der Schalter nicht tut

Hier liegen die Missverständnisse, die wir bei solchen Umstellungen regelmäßig sehen. Google zählt die Grenzen auf derselben Hilfeseite selbst auf:

  1. Kein Einfluss auf das normale Ranking. Google schreibt ausdrücklich, dass die Einstellung kein Ranking- oder Aufnahmesignal für andere Teile der Suche ist.
  2. Kein Stopp für KI-Training. Wer verhindern will, dass Inhalte in das Training der Modelle einfließen, braucht weiterhin den robots.txt-Eintrag für Google-Extended. Das sind zwei getrennte Hebel.
  3. Keine Lücke im Markt. Google weist selbst darauf hin, dass Inhalte anderer Websites weiter in den KI-Antworten erscheinen, und dass sie deinen ähneln können. Google beantwortet die Frage also trotzdem, nur ohne deinen Link.
  4. Kein Ausschluss aus der Suche. Wer ganz aus Google verschwinden will, braucht noindex. Das will auf einer Firmenwebsite praktisch niemand.

Der dritte Punkt ist der wichtigste. Wer ausschließt, nimmt den Nutzern keine Antwort weg. Er nimmt sich selbst aus der Quellenliste.

So sehen es auch die meisten Betreiber, die sich öffentlich dazu äußern. In einer Diskussion auf Reddit vom 7. September wollte kaum jemand abschalten. Die häufigste Begründung: Man gibt Sichtbarkeit auf, während die Konkurrenz drinbleibt. Ein Teilnehmer nannte den Ausstieg eine Grundsatzentscheidung, die er respektiere, weil Google mit fremder Arbeit Nutzer auf den eigenen Seiten hält. Den Platz in den Ergebnissen überlasse man damit aber dem Wettbewerb. Der Fragesteller nannte als Hemmnis genau die Lücke, um die es weiter unten geht: Der Bericht zeigt Impressionen, aber keine Klicks und keine Suchanfragen.

Neu ist die Trennung von klassischen Snippets

Bisher gab es nur grobe Werkzeuge. Die Dokumentation zu AI-Funktionen und deiner Website nennt nosnippet, data-nosnippet und max-snippet als Steuerung. Diese Angaben (Anweisungen im HTML-Code einer Seite) begrenzen aber auch das normale Snippet, also den Beschreibungstext unter deinem Suchergebnis. Wer damit KI-Antworten bremsen wollte, hat sich gleichzeitig das eigene Suchergebnis verschlechtert.

Der neue Schalter trennt das zum ersten Mal sauber. Klassisches Ergebnis mit vollem Snippet bleibt, KI-Antworten fallen weg. Das ist der eigentliche Fortschritt dieser Umstellung, und er erklärt, warum Google ihn laut eigenem Blogbeitrag auch im Austausch mit der britischen Wettbewerbsbehörde CMA entwickelt hat.

Wie KI-Crawler außerhalb von Google funktionieren und welche Einstellungen dort gelten, haben wir separat aufgeschrieben: was bei KI-Crawlern belegt ist und was nicht.

Teilausschluss: nur ein Verzeichnis herausnehmen

Diesen Punkt übersehen die meisten Zusammenfassungen. Der Schalter hängt an der Property, und Properties lassen sich verschachteln. Eine Domain-Property wie example.com ist der Parent. Eine URL-Präfix-Property wie example.com/blog/ ist ein Child, eine Unter-Property für einen Pfad.

Google beschreibt das Verhalten so: Jede Unter-Property übernimmt den Wert der nächsten übergeordneten Property, die ihn selbst festgelegt hat. Inhaber einer Unter-Property können den Wert jederzeit für ihren Pfad abweichend setzen.

Praktisch heißt das: Du kannst die Leistungsseiten eingeschlossen lassen und nur einen Bereich herausnehmen. Beispiele, bei denen das eine Überlegung wert ist:

  • ein Downloadbereich mit technischen Datenblättern, bei denen eine verkürzte KI-Zusammenfassung zu falschen Werten führen kann,
  • ein Wissensbereich, der hinter einer Registrierung steht und dessen Inhalte der eigentliche Grund für den Besuch sind,
  • ein Karrierebereich, falls ihr Stellenanzeigen nur über eigene Kanäle ausspielen wollt.

Voraussetzung ist, dass die Unter-Property in der Search Console bestätigt ist. Bei vielen Firmen gibt es nur die Domain-Property. Das Anlegen einer URL-Präfix-Property dauert wenige Minuten, wenn die Domain bereits bestätigt ist.

Erst messen: der neue Bericht und seine Grenze

Gleichzeitig mit dem Schalter hat Google den Bericht „Generative AI performance“ für alle Websites freigeschaltet. Er zeigt:

  • wie sich die Impressionen aus AI Overviews und AI Mode über die Zeit entwickeln,
  • welche Seiten am häufigsten und am seltensten in KI-Antworten auftauchen,
  • aus welchem Land und von welchem Gerätetyp diese Impressionen kommen.

Eine Impression zählt, wenn ein Link zu deiner Seite in einer KI-Antwort angezeigt wurde. Die Hilfeseite nennt dabei nur Impressionen. Klicks aus KI-Antworten weist der Bericht laut Beschreibung nicht getrennt aus. Laut Googles Seite zu den KI-Funktionen der Suche fließt der Verkehr aus AI Overviews und AI Mode weiterhin in den normalen Leistungsbericht unter dem Suchtyp „Web“ ein.

Genau hier liegt der Grund, warum wir von einer schnellen Entscheidung abraten. Wer abschaltet, sieht danach keine KI-Impressionen mehr und kann nicht mehr vergleichen. Wer vorher vier bis sechs Wochen Daten sammelt, weiß, welche Seiten überhaupt betroffen sind. Oft sind es andere, als man erwartet, etwa ein alter Ratgeberartikel oder ein Glossar-Eintrag statt der Startseite.

Google selbst schreibt in der Dokumentation, dass Klicks von Suchseiten mit AI Overviews „higher quality“ seien, Nutzer also länger auf der Website bleiben. Das ist Googles Aussage über eigene Daten. Prüfen kannst du sie nur in deinem eigenen Analytics, nicht in der Search Console.

So gehst du vor

Fünf Schritte, zusammen etwa eine Stunde, verteilt über mehrere Wochen:

  1. Einstellung ansehen. Öffne in der Search Console „Einstellungen“ und prüfe, welcher Wert gesetzt ist. Bei Unter-Properties steht dort, von wo der Wert übernommen wird.
  2. Zugriffsrechte klären. Der Schalter ist eine Inhaber-Einstellung. Leg fest, wer ihn umlegen darf, bevor es jemand aus Versehen tut.
  3. Bericht öffnen und exportieren. Ruf den Bericht „Generative AI performance“ auf und exportiere die Seitenliste. Wiederhole den Export nach vier Wochen.
  4. Seiten einordnen. Markiere, welche der gelisteten Seiten Anfragen bringen sollen und welche reine Information sind. Für Seiten der ersten Gruppe spricht fast alles für „einschließen“.
  5. Erst dann entscheiden. Wenn es einen Bereich gibt, der raus soll, leg dafür eine URL-Präfix-Property an und setze den Ausschluss nur dort.

Wenn ihr den Bericht zum ersten Mal öffnet und nicht sicher seid, was die Zahlen für eure Seiten bedeuten, schauen wir uns das gemeinsam an. Am Ende steht eine Liste mit den Seiten, die in KI-Antworten auftauchen, und eine klare Empfehlung pro Bereich. Mehr zu unserer Arbeit rund um SEO für KI-Suchen steht auf der Leistungsseite.

Häufige Fragen

Verliere ich Rankings, wenn ich meine Seite aus AI Overviews ausschließe?

Laut Google nicht. Die Hilfeseite sagt ausdrücklich, dass der Schalter kein Ranking- oder Aufnahmesignal für andere Teile der Suche ist. Du verlierst nur die Impressionen und Klicks, die aus AI Overviews, AI Mode und den Discover-KI-Funktionen kommen.

Verhindert der Schalter, dass Google mit meinen Inhalten KI trainiert?

Nein. Google schreibt, dass die Einstellung das KI-Training nicht betrifft. Dafür ist weiterhin der robots.txt-Eintrag für Google-Extended zuständig. Beide Einstellungen sind unabhängig voneinander.

Kann ich nur einzelne Bereiche meiner Website ausschließen?

Ja, über Unter-Properties. Eine URL-Präfix-Property wie example.com/downloads/ übernimmt zwar standardmäßig den Wert der Domain, kann ihn aber für ihren Pfad abweichend setzen. Die Unter-Property muss dafür in der Search Console bestätigt sein.

Warum schalten manche Betreiber trotzdem ab?

Meist aus Grundsatz: Sie wollen nicht, dass Google mit ihren Inhalten Antworten baut, nach denen niemand mehr klickt. Das ist eine legitime Entscheidung. Sie kostet aber die Sichtbarkeit in diesen Antworten, und die Antwort selbst erscheint trotzdem, dann mit Quellen anderer Websites. Wer so entscheiden will, sollte vorher im Bericht nachsehen, wie viele Impressionen dabei wegfallen.

Wie schnell wirkt der Ausschluss?

Google nennt in der Regel ein bis zwei Tage, nachdem die Einstellung aktiv ist. Einzelne Inhalte können wegen Zwischenspeichern in Googles Systemen länger sichtbar bleiben.

Zeigt der neue Bericht auch Klicks aus KI-Antworten?

Die Hilfeseite beschreibt nur Impressionen, aufgeteilt nach Seite, Land, Gerät und Datum. Klicks aus KI-Antworten laufen weiter im normalen Leistungsbericht unter dem Suchtyp „Web“ mit, ohne eigene Trennung.

Quellen

  • Google Search Console Hilfe, Search generative AI control, Stand 31.08.2026. support.google.com
  • Google Search Console Hilfe, Generative AI performance report, Stand 31.08.2026. support.google.com
  • Google Blog, New opportunities, control and insights for website owners, 03.06.2026, aktualisiert 31.08.2026. blog.google
  • Google Search Central, AI features and your website. developers.google.com
  • Reddit r/AI_SearchOptimization, Diskussion Would you opt your site out of Google's AI search features, 07.09.2026. reddit.com