Sichtbarkeit & KI-Suche29. September 2026 

Multimodale Suche: Was der neue Search-Console-Filter über deine Bilder verrät

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Multimodale Suche: Was der neue Search-Console-Filter über deine Bilder verrät

Das Wichtigste in Kürze

  • Der neue Suchtyp heißt „Web: multimodal“. Du findest ihn im Leistungsbericht und im Bericht zu generativen KI-Funktionen.
  • Er zählt Klicks und Impressionen aus Suchen, bei denen ein Bild Teil der Anfrage war.
  • Suchanfragen zeigt der Filter nicht. Du siehst, welche Seiten gefunden werden, aber nicht, wonach gesucht wurde.
  • Ob ein Bild gefunden wird, hängt an Dingen, die du im CMS selbst prüfen kannst: Einbindung, Alt-Text, Dateiname, Text drumherum.

Seit dem 24. September 2026 zeigt die Search Console getrennt an, wie oft deine Website bei multimodaler Suche erscheint, also wenn jemand mit einem Bild sucht statt mit Text. Gemeint sind Suchen mit Google Lens, Circle to Search auf Android-Handys, hochgeladene Fotos in der Google-Suche und der Rechtsklick „Search this image“ in Chrome.

Für viele Firmenwebsites ist das die erste Zahl überhaupt zu einer Frage, die bisher niemand beantworten konnte: Findet uns jemand, der ein Foto von unserem Produkt macht? Die Antwort liegt jetzt in einem Filter, und der Blick hinein dauert fünf Minuten.

Was der Filter genau zählt

Google beschreibt die Neuerung im Search Central Blog vom 24. September 2026. Der bisherige Suchtyp „Web“ ist jetzt zweigeteilt:

SuchtypWas drinsteckt
Web: textbasiertKlassische Suchen, bei denen jemand Text in das Google-Suchfeld tippt.
Web: multimodalWebsuchen, bei denen ein Bild Teil der Suche war: Lens, Circle to Search, Bild-Upload, Chrome-Rechtsklick.
BilderWie bisher: Ergebnisse im Tab „Bilder“ der Google-Suche.

So heißen die Einträge in der deutschen Oberfläche laut Search-Console-Hilfe. In der englischen Oberfläche stehen dort „Web: text-based“ und „Web: multimodal“.

„Bilder“ misst, wie deine Fotos im Bilder-Tab auftauchen. „Web: multimodal“ misst, wie deine Seiten erscheinen, wenn jemand mit einem Foto nach etwas sucht. Das sind zwei verschiedene Wege, und der zweite war bisher unsichtbar.

Der Filter wird laut Google seit dem 24. September weltweit ausgerollt. Daten erscheinen nur, wenn deine Website tatsächlich Verkehr aus solchen Suchen bekommt. Ein leerer Filter heißt also nicht, dass etwas kaputt ist.

Warum das für Industrie und B2B relevant ist

Google nennt zur Größenordnung eine eigene Zahl: Auf dem OMR Festival in Hamburg sprach Debbie Weinstein, President Google EMEA, im Mai 2025 von mehr als 25 Milliarden Lens-Anfragen pro Monat, jede vierte davon mit kommerzieller Absicht. Das ist eine globale Zahl, und sie ist über ein Jahr alt. Wie viel davon im deutschen B2B-Umfeld passiert, sagt sie nicht.

Typische Situationen im Industriealltag, in denen jemand mit einem Foto sucht:

  • Ein Instandhalter fotografiert ein Typenschild oder ein verschlissenes Bauteil, weil die Teilenummer nicht mehr lesbar ist.
  • Ein Einkäufer sieht auf einer Messe eine Komponente und will wissen, wer sie herstellt.
  • Ein Planer macht ein Bildschirmfoto aus einer technischen Zeichnung und sucht nach vergleichbaren Produkten.

Ob solche Suchen bei euch ankommen, war bisher Vermutung. Jetzt steht es in der Search Console, zumindest für die Seiten, auf denen jemand gelandet ist oder die jemand gesehen hat.

Die Grenze: keine Suchanfragen

Die Hilfeseite zu Dimensionen sagt ausdrücklich: Weil multimodale Suchen überwiegend Bilder statt Text nutzen, gibt es für diesen Verkehr keine Daten zu Suchanfragen. Der Tab „Suchanfragen“ fehlt, sobald du „Web: multimodal“ auswählst.

Was bleibt, sind Seiten, Länder, Geräte, Suchdarstellung und Datum. Das klingt dünn, reicht aber für die wichtigste Frage: Welche Seiten werden über Fotos gefunden? Die Seite gibt einen indirekten Hinweis auf das Motiv. Taucht eine Produktdetailseite für ein Hydraulikventil auf, lag vermutlich ein Foto von diesem oder einem ähnlichen Ventil vor. Sicher sagen kann es die Search Console nicht, weil die Anfrage fehlt.

Im Bericht zu generativen KI-Funktionen gibt es denselben Filter. Dort zeigt er, wie oft deine Seiten in AI Overviews und AI Mode verlinkt wurden, wenn die Suche mit einem Bild begann. Wie dieser Bericht grundsätzlich funktioniert und welchen Schalter es dort seit Ende August gibt, haben wir hier aufgeschrieben: AI Overviews ausschließen.

So schaust du in fünf Minuten nach

  1. Leistungsbericht öffnen. Wähle in der Search Console links „Leistung“ und dann „Suchergebnisse“.
  2. Suchtyp umstellen. Klicke oben auf den Filter „Suchtyp: Web“ und wähle „Web: multimodal“.
  3. Zeitraum wählen. Der Filter läuft seit dem 24. September 2026, ein Zeitraum ab diesem Tag reicht. Nach vier Wochen lohnt sich der zweite Blick.
  4. Tab „Seiten“ öffnen. Das ist die wichtigste Ansicht, weil Suchanfragen fehlen.
  5. Exportieren. Lade die Liste über „Exportieren“ herunter und notiere, welche Seiten auftauchen und welche Produkt- oder Leistungsseiten fehlen.

Warum Bilder nicht gefunden werden: fünf Ursachen

Taucht eine wichtige Seite nicht auf, liegt es oft an der Technik unter der Haube, nicht am Foto. Google nennt in den Richtlinien zur Bildersuche die Punkte, auf die es ankommt. Diese fünf sehen wir in TYPO3- und WordPress-Projekten am häufigsten:

1. Das Bild ist ein CSS-Hintergrundbild. Google schreibt: Bilder in CSS (also Bilder, die per Stylesheet als Hintergrund gesetzt sind) werden nicht indexiert. Viele Themes und Templates legen gerade große Produkt- oder Bühnenbilder so an. Für Googles Bildindex existiert das Bild dann nicht. Nur Bilder im HTML-Element <img> mit src-Attribut kommen in den Index, auch innerhalb von <picture>. Der Unterschied im Quelltext:

<!-- Google findet dieses Bild -->
<img src="kugelhahn-dn50-edelstahl.jpg" alt="Kugelhahn DN 50 aus Edelstahl, seitliche Ansicht">

<!-- Dieses Bild existiert für Google nicht -->
<div style="background-image: url(kugelhahn-dn50-edelstahl.jpg)"></div>

2. Der Alt-Text fehlt oder ist leer. Der Alt-Text (die Textbeschreibung eines Bildes im Code) ist laut Google das wichtigste Attribut, um einem Bild zusätzliche Informationen mitzugeben. In TYPO3 steht er in den Metadaten der Datei und lässt sich im Inhaltselement überschreiben. In WordPress steht er in der Mediathek. Google empfiehlt eine konkrete Beschreibung statt einer Stichwortliste. Übertragen auf ein Industrieprodukt: besser „Kugelhahn DN 50 aus Edelstahl, seitliche Ansicht“ als „Kugelhahn Ventil Armatur Edelstahl kaufen“.

3. Der Dateiname sagt nichts. IMG_4711.jpg oder bild1.jpg geben Google keinen Hinweis. Google nennt den Dateinamen ein leichtes Signal. Wer tausende Bilder hat, kann die Benennung laut Google automatisieren.

4. Das Bild steht ohne Text. Google zieht die Bedeutung eines Bildes auch aus der Seite: Bildunterschrift, Überschrift, Absatz daneben. Ein Produktfoto in einer Galerie ohne Beschriftung ist schwerer einzuordnen als dasselbe Foto neben Artikelnummer und Kurzbeschreibung.

5. Das Vorschaubild ist das Logo. Über og:image (das Vorschaubild, das Google und soziale Netzwerke für eine Seite nutzen) oder strukturierte Daten kannst du ein bevorzugtes Bild angeben. Google rät ausdrücklich davon ab, dafür ein generisches Bild wie das Firmenlogo zu nehmen. Viele Websites setzen genau das als Standard für alle Seiten.

Ein Hinweis zu Formaten: Für Bilder auf der Seite unterstützt Google BMP, GIF, JPEG, PNG, WebP, SVG und AVIF. Das ist eine andere Liste als bei Favicons, wo SVG nicht dazugehört. Die Details dazu stehen in unserem Beitrag zu Favicon-Formaten in der Google-Suche.

Was du damit anfängst

Der Filter ersetzt keine Strategie, er liefert eine Arbeitsliste. Der erste Schritt bleibt der Blick in den Filter nach der Anleitung oben. Danach gehen wir so vor:

  • Seiten mit multimodalen Treffern: Bilder dort prüfen, ob Alt-Text und Bildunterschrift zum Produkt passen. Diese Seiten zeigen, was schon funktioniert.
  • Wichtige Seiten ohne Treffer: Im Browser per Rechtsklick „Element untersuchen“ nachsehen, ob das Hauptbild ein <img> oder ein Hintergrundbild ist. In unseren Projekten ist das die häufigste Einzelursache, und ein Template-Fix behebt sie für alle Seiten, die dasselbe Template nutzen.
  • Alt-Texte stichprobenartig prüfen: Zehn zentrale Produktbilder öffnen und den Alt-Text lesen. Ist er leer oder steht dort nur der Dateiname, ist das der zweite Hebel.

Alt-Texte, Bildunterschriften und Dateinamen ändert die Redaktion im CMS selbst. Der Template-Fix für Hintergrundbilder ist Sache der Entwicklung, intern oder beim Dienstleister, und betrifft in der Regel eine Datei je Seitentyp.

Gute Bilder machen eine Seite auffindbar, sie garantieren keine Treffer. Welche Ergebnisse Google zu einem Foto zeigt, entscheidet Google. Dein Teil ist, dass deine Bilder überhaupt im Rennen sind, und genau den kannst du im CMS prüfen.

Bilder technisch prüfen lassen

Wenn du im Filter Seiten vermisst, unsicher bist, ob eure Templates Bilder als Hintergrund setzen, oder den ersten Blick in den Filter lieber mit uns machst: Wir schauen uns das gemeinsam an. Am Ende steht eine Liste mit den betroffenen Templates und Bildern, sortiert nach Aufwand. Das Erstgespräch dauert 15 Minuten und kostet nichts. Mehr zu unserer Arbeit im technischen SEO steht auf der Leistungsseite.

Bild-Setup im Erstgespräch prüfen lassen

Häufige Fragen

Was ist multimodale Suche?

Eine Suche, bei der ein Bild Teil der Anfrage ist. Dazu zählen laut Google Suchen mit Google Lens, Circle to Search auf Android, hochgeladene Bilder in der Google-Suche und der Rechtsklick „Search this image“ in Chrome.

Wo finde ich den Filter für multimodale Suche in der Search Console?

Im Leistungsbericht unter „Leistung“ und „Suchergebnisse“. Dort oben den Filter „Suchtyp“ öffnen und „Web: multimodal“ wählen. Derselbe Filter steht im Bericht zu generativen KI-Funktionen.

Warum sehe ich im Filter „Web: multimodal“ keine Suchanfragen?

Google stellt für diesen Suchtyp keine Suchanfragen bereit, weil die Suchen überwiegend aus Bildern statt Text bestehen. Du siehst Seiten, Länder, Geräte und Datum, aber keine Suchbegriffe.

Mein Filter ist leer. Stimmt etwas nicht?

Nicht unbedingt. Google zeigt die Daten nur, wenn deine Website Verkehr aus solchen Suchen bekommt. Der Filter wird seit dem 24. September 2026 ausgerollt. Schau nach vier Wochen noch einmal nach.

Ist „Web: multimodal“ dasselbe wie die Google-Bildersuche?

Nein. Der Suchtyp „Bilder“ zeigt, wie deine Fotos im Bilder-Tab erscheinen. „Web: multimodal“ zeigt, wie deine Seiten in der Websuche erscheinen, wenn jemand mit einem Bild sucht.

Werden Hintergrundbilder von Google gefunden?

Nein. Google schreibt in seinen Richtlinien, dass CSS-Bilder nicht indexiert werden. Bilder, die gefunden werden sollen, gehören in ein <img>-Element mit src-Attribut.

Lohnt sich der Aufwand für eine B2B-Website?

Das zeigt dir erst der Filter. Googles 25 Milliarden Lens-Anfragen pro Monat sind eine globale Zahl ohne Aussage zum deutschen B2B-Umfeld. Steht nach vier Wochen nichts im Filter, bleibt es beim Nachschauen. Stehen dort Produkt- oder Leistungsseiten, lohnt sich die Prüfung der fünf Ursachen. ---

Quellen

  • Google Search Central Blog, Announcing web multimodal Search performance reporting in Search Console, 24.09.2026, erneut gelesen 06.10.2026. developers.google.com
  • Search Console Hilfe, Performance report: Overview and basic setup, abgerufen 06.10.2026. support.google.com
  • Search Console Hilfe, Leistungsbericht, deutsche Fassung mit den UI-Labels Web: textbasiert und Web: multimodal, abgerufen 06.10.2026. support.google.com
  • Search Console Hilfe, Performance report: Dimensions and data groupings, abgerufen 06.10.2026. support.google.com
  • Search Console Hilfe, Generative AI performance report, abgerufen 06.10.2026. support.google.com
  • Google Search Central, Google image SEO best practices, zuletzt aktualisiert 02.03.2026, abgerufen 06.10.2026. developers.google.com
  • Google Blog, Debbie Weinstein's remarks at OMR Germany, 06.05.2025, abgerufen 06.10.2026. blog.google