TYPO3 v14 LTS: Was du vor dem Upgrade am 21. April wissen musst
Am 21. April 2026 erscheint TYPO3 v14.3 als Long Term Support Version. Neun Tage später endet der kostenlose Support für TYPO3 v12. Zwei Termine, die für jedes Unternehmen mit einer TYPO3-Website relevant sind. Hier steht, was jetzt zu tun ist.
Was passiert am 21. April?
TYPO3 v14.3 LTS erscheint offiziell am 21. April 2026 um 19:00 Uhr. LTS steht für Long Term Support. Das bedeutet: Diese Version bekommt bis April 2029 kostenlose Sicherheitsupdates und Bugfixes. Danach gibt es noch bis April 2033 kostenpflichtigen erweiterten Support (ELTS).
Die Version 14.0 ist seit November 2025 verfügbar. Version 14.2 kam am 31. März 2026. Ab diesem Punkt fliessen keine neuen Funktionen mehr ein (Feature Freeze). Das Team konzentriert sich auf Stabilität und Fehlerbereinigung. Genau das macht die LTS-Version für den Produktiveinsatz geeignet.
Für Unternehmen gilt: Vor der LTS-Version gibt es keinen Grund, auf v14 zu wechseln. Sprint-Releases wie 14.0 oder 14.1 sind für Entwickler und Tester gedacht. Erst die LTS-Version ist der richtige Zeitpunkt für Produktivumgebungen.
Warum der 30. April genauso wichtig ist
Am 30. April 2026 endet der kostenlose Community-Support für TYPO3 v12 LTS. Ab diesem Tag gibt es keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr. Wer auf v12 bleibt, hat zwei Optionen:
- Upgrade auf v13 oder v14
- ELTS-Vertrag abschliessen (Extended Long Term Support)
Der ELTS-Vertrag für v12 kostet ab April 2026 neu 3.200 Euro pro Jahr und Lizenz. Der Presale ist seit dem 1. April über my.typo3.org verfügbar. Mitglieder der TYPO3 Association erhalten Rabatte. Der erweiterte Support gilt bis zu vier Jahre.
Aus meiner Erfahrung: Die meisten Unternehmen wissen nicht, wann der Support ihrer TYPO3-Version ausläuft. Ich sehe das in fast jedem Projekt. Die Website läuft, also fasst niemand etwas an. Das Problem wird erst sichtbar, wenn eine Sicherheitslücke publik wird und kein Patch mehr kommt.
Was bringt TYPO3 v14 konkret?
Ich gehe hier nicht auf jede technische Neuerung ein. Das Meiste betrifft Entwickler und Integratoren. Für dich als Website-Betreiber oder Entscheider sind folgende Punkte relevant:
Neues Backend
Die Benutzeroberfläche für Redakteure wurde grundlegend überarbeitet. Module haben neue, intuitivere Namen bekommen. Das Seitenmodul heisst jetzt „Layout“, die Dateiverwaltung heisst „Media“, Workspaces heissen „Publish“. Klingt nach Kleinigkeiten. In der Praxis erleichtert es die Orientierung für Redakteure, die nicht täglich im System arbeiten.
Bessere Übersetzungsverwaltung
TYPO3 v14 hat einen neuen geführten Übersetzungsworkflow. Für Unternehmen mit mehrsprachigen Websites ist das relevant. Statt alle Sprachen gleichzeitig zu sehen, wählt der Redakteur gezielt die Sprache aus, die er bearbeiten will. Bei Websites mit fünf oder mehr Sprachen spart das echte Zeit.
Modernisiertes Template-System
Fluid 5 ist das neue Template-System. Für Redakteure ändert sich dadurch nichts direkt. Für Entwickler und Agenturen bedeutet es: Templates sind sauberer strukturiert und leichter wartbar. Das wirkt sich langfristig auf die Betreuungskosten aus.
Technische Voraussetzungen
TYPO3 v14 braucht mindestens PHP 8.2. Empfohlen ist PHP 8.3. Das ist ein Punkt, den viele übersehen. Wenn dein Hosting noch auf PHP 8.1 oder älter läuft, brauchst du zuerst ein PHP-Update. Das ist bei den meisten Hostern kein Problem, muss aber geprüft werden.
Meine Upgrade-Checkliste für KMU
Ich nutze diese Checkliste in meinen eigenen Projekten. Sie gilt für den Wechsel von v12 oder v13 auf v14:
1. PHP-Version prüfen
Frag deinen Hoster oder prüfe im TYPO3-Backend unter „Umgebung“, welche PHP-Version läuft. TYPO3 v14 braucht mindestens PHP 8.2. Falls du auf PHP 8.1 oder älter bist: Zuerst das PHP-Update machen. In den meisten Fällen ist das eine Einstellung im Hosting-Panel.
2. Extension-Audit durchführen
Das ist der zeitaufwendigste Schritt. Jede installierte Erweiterung muss auf Kompatibilität mit v14 geprüft werden. Manche Extensions haben schon eine kompatible Version. Andere nicht. Und einige werden nie eine bekommen, weil sie nicht mehr gepflegt werden.
Praktisch sieht das so aus: Ich gehe die Liste aller installierten Extensions durch und prüfe auf extensions.typo3.org, ob eine v14-kompatible Version existiert. Bei Extensions ohne Update suche ich nach Alternativen oder prüfe, ob die Funktion im TYPO3-Core mittlerweile enthalten ist.
3. Eigenen Code prüfen
Viele TYPO3-Websites haben individuelle Erweiterungen oder angepassten Code. Dieser Code muss auf Breaking Changes geprüft werden. Das sind Änderungen im TYPO3-Core, die bestehende Funktionen brechen. In v14 wurden einige alte Hooks durch neue Events (PSR-14) ersetzt. Wer Custom Code hat, braucht einen Entwickler, der das prüft.
4. Testumgebung einrichten
Nie direkt auf der Live-Website upgraden. Immer erst auf einer Kopie testen. Das klingt selbstverständlich. In der Praxis sehe ich trotzdem regelmässig, dass Agenturen direkt auf Production arbeiten. Das geht gut, bis es nicht mehr gut geht.
5. Datenbank sichern
Vor jedem Upgrade ein vollständiges Backup der Datenbank und aller Dateien. Falls etwas schiefgeht, ist die Rückkehr zur vorherigen Version in wenigen Minuten möglich.
6. Upgrade Wizards durchlaufen
Nach dem Update auf v14 gibt es im Install Tool Upgrade Wizards. Diese passen die Datenbank und Konfiguration automatisch an. In v14 ist ein neuer Wizard für den Scheduler dazugekommen, der das Speicherformat der Aufgaben migriert. Diesen Wizard gibt es nur in v14. Wer ihn überspringt, hat später Probleme.
7. Deprecations auflösen
TYPO3 markiert veraltete Funktionen als „deprecated“, bevor sie entfernt werden. In v14 sind einige dieser Funktionen tatsächlich weggefallen. Das betrifft vor allem Entwickler. Aber auch Redakteure merken es, wenn plötzlich ein Modul fehlt oder ein Feld nicht mehr da ist.
Mein Zeitplan-Vorschlag
| Zeitraum | Aktion | | :—- | :—- | | Jetzt (April 2026) | PHP-Version prüfen, Extension-Liste erstellen | | Ab 21. April | v14.3 LTS auf Testumgebung installieren | | Mai 2026 | Extension-Audit, Custom Code prüfen, Testphase | | Juni/Juli 2026 | Upgrade auf Production, wenn Tests bestanden |
Wer auf v12 ist und nicht sofort upgraden kann: Den ELTS-Vertrag abschliessen und das Upgrade in Ruhe planen. Lieber drei Monate länger testen als eine kaputte Website in Production.
Was ich in der Praxis sehe
Die meisten TYPO3-Projekte, die ich betreue, laufen auf v12 oder v13. In jedem Projekt stelle ich dieselben drei Fragen:
- Welche Extensions sind installiert und werden sie noch gepflegt?
- Gibt es individuellen Code, der angepasst werden muss?
- Wie alt ist die PHP-Version auf dem Server?
Die Antworten bestimmen den Aufwand. Bei einer Standard-TYPO3-Website mit fünf bis zehn Extensions rechne ich mit vier bis acht Stunden für das Upgrade. Bei grösseren Installationen mit individuellen Erweiterungen und mehreren Sprachen sind es schnell 16 bis 24 Stunden.
Der grösste Fehler: Abwarten und nichts tun. Je länger du mit dem Upgrade wartest, desto grösser wird der Sprung. Wer von v10 auf v14 wechseln will, hat deutlich mehr Arbeit als jemand, der von v13 kommt. Jede übersprungene Major-Version erhöht den Aufwand.
ELTS: Wann es Sinn ergibt
ELTS (Extended Long Term Support) ist die richtige Wahl, wenn:
- Dein System stabil läuft und du kein Upgrade-Budget für dieses Quartal hast
- Eine oder mehrere kritische Extensions noch keine v14-Kompatibilität haben
- Du gerade mitten in einem anderen Projekt steckst und kein Risiko eingehen willst
ELTS ist kein Ersatz für ein Upgrade. Es ist eine Brücke. Du kaufst dir Zeit, um das Upgrade sauber zu planen. Das ist sinnvoll. Aber ELTS als Dauerlösung zu nutzen, wird mit jedem Jahr teurer und riskanter.
Für v12 liegt der Preis bei 3.200 Euro pro Jahr. Bei einer Laufzeit von bis zu vier Jahren sind das maximal 12.800 Euro. Zum Vergleich: Ein sauberes Upgrade auf v14 kostet je nach Komplexität zwischen 500 und 3.000 Euro. Die Rechnung ist in den meisten Fällen eindeutig.
Was das für dich bedeutet
Wenn du eine TYPO3-Website betreibst, prüfe diese drei Punkte:
- Welche TYPO3-Version läuft? Das steht im Backend unten rechts oder im Install Tool.
- Welche PHP-Version nutzt dein Server? Das steht ebenfalls im Install Tool unter „Umgebung“.
- Wer betreut deine Website technisch? Falls niemand: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, das zu klären.
Der 21. April ist kein Stichtag, an dem alles sofort passieren muss. Aber es ist der Startschuss. Ab diesem Datum gibt es eine stabile Basis für das Upgrade. Und der 30. April ist der letzte Tag, an dem v12 noch ohne Zusatzkosten abgesichert ist.
Wer das ignoriert, riskiert eine Website ohne Sicherheitsupdates. Das betrifft nicht nur die Technik. Es betrifft auch den Datenschutz und die Haftung.
Du bist unsicher, ob dein TYPO3-System bereit ist? Ich prüfe das für dich. Datenbasiert, ohne Fantasieversprechen. Kontakt aufnehmen.
Dennis Hüttner Waterproof Web Wizard GmbH
Quellen
- TYPO3 Association: Join the TYPO3 v14 LTS Launch Celebrations (März 2026) news.typo3.com
- TYPO3 Association: Extended Long-Term Support (ELTS) for TYPO3 v12: Presale starts (März 2026) news.typo3.com
- TYPO3 Association: New ELTS Pricing for TYPO3 v12 (Oktober 2025) news.typo3.com
- jweiland.net: TYPO3 14.0: Release, LTS support and important changes jweiland.net
FAQ
Was kostet ein TYPO3-Upgrade von v12 auf v14?
Das hängt von der Komplexität der Website ab. Eine Standard-Website mit fünf bis zehn Extensions braucht vier bis acht Stunden Arbeit. Bei grösseren Installationen mit individuellen Erweiterungen und mehreren Sprachen rechne ich mit 16 bis 24 Stunden. Bei einem Stundensatz von 108 Euro liegen die Kosten zwischen 432 und 2.592 Euro. Jede Website ist anders. Eine pauschale Aussage ist nicht seriös.
Kann ich von TYPO3 v12 direkt auf v14 wechseln?
Ja, ein direktes Upgrade von v12 auf v14 ist technisch möglich. TYPO3 bietet dafür Upgrade Wizards im Install Tool. Der Aufwand ist aber höher als bei einem Wechsel von v13 auf v14, weil mehr Breaking Changes und Deprecations aufgelöst werden müssen. Ich empfehle dafür eine Testumgebung und ausreichend Zeit.
Was passiert, wenn ich nach dem 30. April noch TYPO3 v12 nutze?
Deine Website läuft weiter. Aber es gibt keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr. Wenn eine Sicherheitslücke bekannt wird, bekommst du keinen Patch mehr. Das ist ein Risiko für den Datenschutz und die Stabilität deiner Website. Du kannst einen ELTS-Vertrag abschliessen, um weiterhin Updates zu erhalten. Der kostet 3.200 Euro pro Jahr.
Wann ist der beste Zeitpunkt für das Upgrade auf TYPO3 v14?
Nicht am Erscheinungstag. Warte ein bis zwei Wochen nach dem LTS-Release am 21. April. In dieser Zeit werden die ersten Bugfixes veröffentlicht. Plane das Upgrade für Mai oder Juni 2026. So hast du genug Zeit für Tests und deine Extensions sind mit höherer Wahrscheinlichkeit kompatibel.